Schlagwort-Archive: TSM

Image Restore mit TSM 6.1 von CD

Image Restore mit TSM

Wenn ich im Bekanntenkreis das Wort „Datensicherung“ in den Raum werfe, dann sehe ich meisten nur fragende Gesichter weil keiner mit dem Thema wirklich etwas anfangen kann. Nach kurzer Zeit kommt dann ein „ja, sollte ich auch mal wieder machen“ oder ein „brauchte ich bisher noch nicht“.
Ja, mit der Datensicherung ist es wie mit einer Lebensversicherung: Man braucht sie erst wenn der Ernstfall eintritt. Bis dieser aber eintritt kostet eine Datensicherung erst mal nur viel Geld, Zeit und Ressourcen. Nun bleibt es jedem selbst überlassen ob er die notwendigen Mittel für eine Datensicherung aufbringt oder ob er vielleicht doch auf seine Urlaubsbilder der letzten Jahre oder teuer erkaufte MP3 Sammlung verzichten kann. Ich für meinen Teil investiere lieber vorher ein paar Ressourcen als nachher ohne Daten da zu stehen.

In Unternehmen sollte das genau so gehandhabt werden. Man stelle sich einen kleinen Handwerksbetrieb vor wo der Chef seine Angebote, Rechnungen und die Buchhaltung auf einem PC erstellt. Wenn dieser PC wegen einem defekt der Festplatte auffällt und keine Sicherung zur Verfügung steht, dann ist das Ende des Betriebes vorprogrammiert. Er weiß nicht mehr welche Kunden noch bezahlen müssen, wer als nächster Kunde dran ist und was sonst noch an Posten offen ist. Kurz um: Es wird ein erheblicher finanzieller Verlust auf ihn zu kommen, der nicht selten über kurz oder lang in die Insolvenz führt.
Bei großen Unternehmen sieht die Sache noch schlimmer aus: dort kann mit einem Ausfall an der richtigen Stelle das gesamte Know-How der Firma vernichtet werden. Dieses von den Mitarbeitern wieder herzustellen, kann mehrere Jahre dauern und ist entsprechend kostenintensiv.

Für Unternehmen ist es deshalb unabdingbar rechtzeitig in eine gute Datensicherung zu investieren und diese auch regelmäßig zu überprüfen. Je kürzer der Ausfall ist, desto geringer ist der finanzielle Schaden für das Unternehmen. Einige gute Ansätze bietet der Tivoli Storage Manager von IBM. Ansätze deshalb, weil das System zwar gut durchdacht ist es aber an den entscheidenden Stellen noch Lücken aufweist. So ist es zum Beispiel kinderleicht mittels TSM ein Image Backup des gesamten Rechners anzufertigen, es ist aber eine administrative Meisterleistung nach einem Hardware Ausfall dieses Image Backup wieder lauffähig und zeitnah auf eine neue Hardware zu bringen. Hier hat IBM noch einiges an Arbeit zu leisten. Was ich mir hier wünsche ist ein Tool oder eine gute Anleitung wie ich als Administrator eine bootfähige CD/DVD erstelle auf der ein TSM-Client drauf ist mit dem ich mein Image in wenigen Minuten wieder auf einer neuen Hardware installieren kann. Für AIX gab es vor Jahren schon die Möglichkeit sich ein Desaster Recover Tape zu erstellen, womit der Server binnen weniger Minuten vom Band gebootet werden konnte und sich dann selbst wieder hergestellt hat. Für Windows gibt es leider nichts vergleichbares an Funktionen um einen Server in kurzer Zeit wieder herzustellen.

Ultimate Boot CD for Windows

Ich habe mich also in den letzten Tagen hingesetzt und versucht aus dem TSM-Client 6.1.3 und der Ultimate Boot CD for Windows ein lauffähiges Konstrukt zu erstellen. Damit die CD auch auf möglichst vielen verschiedenen Plattformen funktioniert benötigt man noch Treiber für die zu unterstützende Hardware, welche sich sehr einfach beim Erstellen der CD einbinden lassen. Die dazu benötigten Tools sind schon im UBCD4Win PE Builder enthalten. Als einfaches Frontend gibt es noch das TSMGui 1.4 welches aber leider nicht mehr weiter entwickelt wird.

Wie man für den TSM-Client 6.1.3 eine bootfähige CD vorbereitet hat IBM hier beschrieben. Das reicht aus um mit viel Handarbeit ein System restaurieren zu können. Es muss aber erst einmal eine Verbindung zu einem Share im Netzwerk aufgebaut werden auf dem der TSM Client liegt, dann muss für das Zielsystem noch die DSM.OPT angepasst werden. Danach kann der geübte Administrator mit Diskpart die Festplatte partitionieren, den TSM CLI Client aufrufen und mit dem Befehl restore image \\servername\c$ c: versuchen das vorher gespeicherte Image auf die Platte zu schreiben. Lief das zu restaurierende System vorher unter Windows XP, so klappt der Restore meist beim ersten Versuch und das System kann danach gestartet werden. Etwas komplizierter wird es schon sobald sich etwas an der Hardware geändert hat was eigentlich der Normalfall ist. Ein System arbeitet mehrere Jahre und fällt dann mit einem Defekt aus. Jetzt das passende Bauteil zu beschaffen kann sich als äußerst kompliziert erweisen wenn zum Beispiel das Mainborad einen Defekt hat. Hier wird man sich sehr schnell für ein neues, schnellers System entscheiden, womit dann auch meistens die alte Installation nicht mehr funktioniert. Ein viel versprechender Versuch ist die Reparatur-Installation von der originalen Windows CD. Hierbei bleiben alle Programme und die Registry aus der alten Installation erhalten. Das System muss anschließend nur noch mit den aktuellen Fixes versorgt werden.

Noch komplizierter wird es wenn das Zielsystem vorher mit einer Windows Server Variante bestückt war. Hier funktioniert der Restore noch ohne Fehlermeldungen, das System startet danach aber nicht mehr vom soeben restaurierten Laufwerk. Es ist zwingend erforderlich auf der Boot-CD das selbe Betriebssystem mit dem selben Service Pack zu benutzen wie auf dem Zielsystem. Das liegt in der Umsetzung der Festplattengeometrie von Diskpart, welche sich zum Beispiel zwischen Windows XP und Windows Server 2003 grundlegend unterscheidet. Dieser Fehler kann leicht entdeckt werden, wenn man das restaurierte System von der originalen Boot-CD startet und die Reparatur Konsole öffnet. Im Programm Diskpart sieht man nach Eingabe des Befehls list volume zwar eine Partition in passender Größe aber mit unbekanntem Dateisystem.